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Wenn Unternehmen dank neuer Technologien boomen und sich rasant entwickeln, führt das oft zu Misstrauen. Vor allem seit dem Börsencrash im Jahr 2000, als viel zu viele Internet-Firmen viel zu hoch bewertet waren, haben Wagniskapital und Startups ihre Unschuld verloren.
Nicht immer zu recht. Das beweist die Biotechnologie-Branche in Deutschland. Um 14 Prozent ist der Umsatz der deutschen Biotechnologie-Unternehmen allein im vergangenen Jahr gewachsen, genauso stark wie im Vorjahr zuvor. So viel Wagniskapital wie nie zuvor wird dabei investiert und die Biotech-Firmen stecken insgesamt eine Milliarde Euro in Forschung und Entwicklung. Das bedeutet auch: gute Chancen für Berufseinsteiger.
Vielleicht liegt es daran, dass die Branche nicht ganz so rasant wächst wie damals die Dotcom-Stars. Vielleicht daran, dass sie stetiger wächst, mehr forscht, aber eins immerhin steht fest: Die besten Zeiten der Biotechnologie kommen erst noch. Alleine die demographische Entwicklung der Industrieländer gibt Unternehmen der Biotechnologie gute Wachstumschancen: in vielen westlichen Ländern gibt es immer mehr Alte, die auch immer länger leben. Neue Medikamente, diagnostische Tests und Hilfsmittel werden vermehrt benötigt. Zudem sind immer mehr Menschen bereit, für medizinische Leistungen oder Wellness selbst Geld zu bezahlen. Schon jetzt ist dieser Bereich der wichtigste der Branche. Fast 44 Prozent der Biotechnologie-Unternehmen sind hauptsächlich im Bereich Gesundheit und Medikamente aktiv. Aber auch Agrar- und Lebensmittelproduktion sowie industrielle Biotechnologie sind Beispiele für gutes und dauerhaftes Wachstum. Und viele neue Jobs in den nächsten Jahren.
Der Anteil an Geldern für Forschung und Entwicklung ist ebenfalls ein Segen für engagierte Berufseinsteiger. 88 Prozent der deutschen Biotechnologie-Firmen forschen selbst, über 52 Prozent entwickeln darüber hinaus eigene Produkte. So haben die Unternehmen auch einen stetigen Bedarf an neuen Köpfen, die Innovationen voranbringen. Die Vielfalt der Biotechnologie-Branche spiegelt sich dabei in der Bandbreite der möglichen Jobs und Tätigkeitsfelder.
Gute Karten haben natürlich vor allem Naturwissenschaftler aller Art. Biochemiker, Biologen, Chemiker und Physiker werden in vielen Bereichen gebraucht. Sie untersuchen neue Möglichkeiten der Fermentierung, also der Produktion von Stoffen in Bioreaktoren. Oder sie entwickeln neue Medikamente oder anderweitig nutzbare Stoffe. Im Bereich der Lebensmittel- und Agrarproduktion werden sie ebenso eingesetzt wie für Dienstleistungen für andere Unternehmen der produzierenden Industrie. Jobs gibt es auch für Ingenieure, die ihre Kompetenzen mit Fachwissen aus den Bereichen Biotechnologie, Molekularbiologie oder ähnlichen Gebieten verbinden können. Auch Informatiker finden Stellen, als Schnittstelle zwischen Hardware und Forschungsmaterial entwickeln sie die passenden Programme und Systeme.
Die Biotechnologie bietet vielseitige Job-Perspektiven und Zukunftschancen. Von der Herstellung künstlicher Hautzellen für Patienten, über Vitaminpräparate, Medikamente, Bleichmittel für die Textilherstellung bis hin zu effizienterem Biodiesel – all das sind Beispiele für Arbeitsgebiete in der Biotechnologie. Die Branche wächst weiter, stabil und langfristig – und mit ihr die Zahl der interessanten Jobs.
© StepStone, 2008
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