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In der Fernsehserie Schwarzwaldklinik wimmelte es von Halbgöttern in Weiß und aufopfernden Krankenschwestern. Ärzte und Pflegepersonal werden bei fast jeder Betrachtung der Gesundheitsbranche am meisten beachtet.
Ob im Fernsehen – oder bei der eigenen Karriereplanung. Wer an Jobs in der Gesundheitsbranche denkt, hat dabei meistens Ärzte oder Krankenpfleger im Sinn. Dieses Bild war nie ganz richtig – heute stimmt es weniger denn je.
In der Gesundheitsbranche gibt es viele attraktive Jobs und berufliche Perspektiven für Absolventen der verschiedensten Fachrichtungen: Medizintechniker sorgen für die Wartung und angemessene Bedienung anspruchsvoller Geräte. Unternehmen schaffen Jobs in Abteilungen für Forschung und Entwicklung, vom Bereich Pharma über Hilfsmittel bis zu technischen Komplettlösungen. Besonders gute Chancen auf dem Gesundheitsmarkt hat zurzeit noch eine andere Gruppe: Klinikmanager und Controller werden immer gefragter.
Das Gesundheitswesen ist schon heute der größte Arbeitgeber Deutschlands, und eine der wichtigsten Stützen seiner Volkswirtschaft. Mit über vier Millionen Beschäftigten und einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von mehr als zehn Prozent ist die Gesundheitsbranche sogar größer als die deutsche Automobilindustrie. Und sie wächst noch weiter. Dafür sorgt schon die demographische Entwicklung, da es immer mehr alte Menschen gibt, deren Lebenserwartung immer weiter ansteigt. Je älter ein Mensch ist, desto mehr medizinische Versorgung braucht er. Die Nachfrage der Gesundheitsbranche ist also gesichert.
Ein großes Problem dabei sind die Kosten. Medizinische Versorgung und Ausrüstung sind mit den Jahren immer besser geworden – aber eben auch teurer. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP ist seit 1970 von sechs auf elf Prozent gewachsen. Die Finanzprobleme im Großen sind auch im Detail bei den Krankenhäusern zu erkennen. Nur 43 Prozent der öffentlichen Kliniken in Deutschland erwirtschafteten im Jahr 2003 einen Überschuss. 34 Prozent erreichten eine schwarze Null und fast ein Viertel der Kliniken machte Verluste. Gut für Controller und Manager. Denn dort sind sie und ihre betriebswirtschaftliche Kompetenz gefragt. Für Absolventen, die medizinische und wirtschaftliche Kompetenzen verbinden, werden die Job-Chancen deshalb immer besser.
Klinik-Manager und Controller sollen nicht Finanzen gegen Versorgung ausspielen. Sie sind das Bindeglied zwischen beiden und sorgen für die richtige Balance, damit auch Krankenhäuser nachhaltig und stabil wirtschaften. Jobs gibt es dabei nicht nur in öffentlichen und privaten Kliniken. Auch Verbände und Krankenkassen etwa reißen sich um die richtigen Berufsanfänger. Einige Universitäten und Fachhochschulen haben bereits eigene Studiengänge für die Verbindung von Medizin und Wirtschaft geschaffen. Die Rheinische Fachhochschule Köln etwa bietet den Studiengang Medizin-Ökonomie an, die Uni Bremen hat „Pflege- und Gesundheitsmanagement“ im Angebot, die FH Osnabrück „BWL im Gesundheitswesen“.
Gute Leute sind knapp, der Bedarf bei Einrichtungen der Gesundheitsbranche groß. Unternehmen und Kliniken versuchen deshalb oft, schon Praktikanten für eine spätere Karriere im eigenen Haus zu gewinnen. Aus vielen Praktika wird so eine Trainee-Stelle oder sogar eine Festanstellung.
Sogar in der Schwarzwaldklinik gab es in den Achtzigerjahren einen Verwaltungsdirektor, der allerdings eher eine Nebenrolle spielte. Die vielen attraktiven Jobs für Ökonomen in der Gesundheitsbranche machen eins deutlich: Würde die Serie heute noch einmal gedreht – könnte er glatt zum Star werden.
© StepStone, 2008
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